Archiv für Mai 2011

„Nationaler Musiker“ tritt zurück

Am 30. Mai 2011 nahm die antifaschistische Intervention mit der Ankündigung des 2. Vorsitzenden eines Velberter Sportvereins mit sofortiger Wirkung sein Amt niederzulegen und seine Mitgliedschaft aufzulösen, endlich ein Ende. Verschiedenste Presseorgane veröffentlichten heute die Stellungnahme zum Rücktritt des Musikers, der betonte, somit Schaden von seinem Verein abwenden zu wollen.

In vielen weiteren Artikeln informierte die Antifa Velbert über den Verlauf der Protestkampagne. 13 Jahre alte Flyertexte wurden veröffentlicht um zu beweisen, dass der Mann schon seit einigen Jahren in der Kritik steht, es wurde sich eifrig mit seinem Engagement für die NPD – mit der er ja angeblich nix zu tun hat – auseinandergesetzt und die Bedeutung seiner Bands in der neonazistischen Öffentlichkeit beleuchtet. Wir freuen uns über seinen Rücktritt und versprechen, auch in Zukunft die Aktivitäten in unserer Gegend und das Verhalten von Presse und Politik zu beobachten.

Flugblattaktion bei Velberter Sportverein

Am 27. Mai fanden sich ein Dutzend Antifaschist_innen vor der Sporthalle eines Velberter Sportvereins ein, um am Parkplatz, welcher zu den beiden Sporthallen und einem Hockeyplatz gehört, mit Flugblättern auf das musikalische Treiben des 2. Vorsitzenden aufmerksam zu machen. Wie zu erwarten war ließ sich der 2. Vorsitzende des Vereibs natürlich nicht sehen und schickte stattdessen einen Vereinskollegen vor, der für ihn Partei ergriff und darauf hinwies, dass es nicht fair wäre, den Verein so negativ in die Öffentlichkeit zu ziehen. Er versprach jedoch, sich noch einmal mit einer schriftlichen Stellungnahme des Vereins zu melden. Wir zitieren auszugsweise aus dem verteilten Flugblatt:

Der Person S.S. ist es schon jahrelang bewusst dass er im Fokus regionaler Antifaschist_Innen steht und ist vorgewarnt worden. Auch sein Sportverein ist die Gefährlichkeit rechtsradikaler Sportler und der durch die Presseberichte einhergehende Image-Schaden bekannt. Die Berichterstattung auf unseren Anstoß hin in den lokalen Medien kombiniert mit einer großangelegten E-Mail-Aktion, in der der Verein erstmalig aufgefordert wurde sich von S. zu trennen, waren eine erste Warnung von uns Antifaschist_Innen. Wieviel Warnungen bedarf es noch?

Vereinsmitgliedern der Gefahr auszusetzen, einen Neonazi als Vorsitzenden zu haben kann nicht im Interesse eines Sportvereins liegen. Wir fordern deswegen auch weiterhin:

– Die Enthebung S.´s von all seiner Vereinsposten oder der direkte Rücktritt von eben diesen.

– Den sofortigen Ausschluss aus dem Sportverein

Wir werden solange vor Ort protestieren und auf den Verbleib S.S. im Verein aufmerksam machen, die Medien, die Vereinsmitglieder und die Sponsoren informieren und auf dieses Thema hinweisen, bis S. endlich weg ist.

Noch bevor die von den Vereinsmitgliedern gerufene Polizei eingetroffen war, waren alle Antifaschist_Innen wieder verschwunden. Kurze Zeit später sammelten sich 4 an ihrer Kleidung offensichtlich als Neonazis zu erkennende Personen vor dem Wohnhaus von S. um dieses zu beschützen – und das obwohl er betont, mit der Szene nix zu tun zu haben.

Wuppertaler Neonazis nerven bei Kundgebung vorm Amtsgericht

Vor dem Velberter Amtsgericht fand am Dienstag 24. Mai 2011, ein Prozess gegen einen Teilnehmer der Gegenaktionen gegen eine Neonazi-Demonstration im vergangenen Jahr statt, die damals maßgeblich von den Nationalen Sozialisten Wuppertal, der NPD Düsseldorf/Mettmann und dem Neonazi Axel Reitz vorangetrieben wurde.

Angeklagt war ein junger Antifaschist und Demo-Teilnehmer, der auf der Demonstration willkürlich angezeigt wurde, während nur wenige Meter von ihm entfernt die Neonazis mit zutiefst menschenverachtenden Parolen auf sich aufmerksam machen durften. 10 Antifaschist_Innen solidarisierten sich mit Transparenten und Fahnen vor dem Gerichtsgebäude. (mehr…)

Der Sportler und seine tatsächliche Nähe zur NPD

In teils widersprüchlichen Aussagen berichtete die WAZ am vergangenen Freitag über das zukunftsklärende Gespräch des Vereinsvorsitzenden eines Velberter Sportvereins. So schrieb Matthias Spruck in einem ersten Artikel noch, dass sich der Verein am Montag Abend mit der Zukunft des Vorsitzenden im Verein beschäftigen wird, in einer später im Internet editierten Fassung hieß es dann plötzlich, der Velberter Sportausschuss wäre das verantwortliche Organ. Es herrscht also Verwirrung bei den Lesern des Online-Teils der WAZ. Kein Wunder, wenn die Verantwortlichkeiten von einer Seite zur anderen geschoben werden. Die Velberter Politik macht derweil sowieso viel lieber das, was sie am besten kann: Totschweigen. Die politische Meinung eines Menschen sei seine Privatsache. Was ein Sportler in seiner Jugend gemacht hat, interessiert nicht mehr und man wolle als Politik nicht den erfolgreichen und gut funktionierenden Sportverein demontieren, so lassen sich einige Politiker zitieren. Der Vorsitzende des Vereins gibt wenigstens noch zu, dass er ein Problem damit hätte, wenn S. eine Rolle in der rechten Szene spielen würde. Aber es sind ja alles bloß Jugendsünden – viel zu oft hat mensch dieses scheinheilige Getue schon ertragen müssen. (mehr…)

Erkrather Neonazi geoutet

Seit Monaten wird für den morgigen Samstag aus dem Umfeld sogenannter freier Kameradschaften zum großen „Tag des nationalen Widerstandes“, einer Neonazi-Veranstaltung, ins Rheinland mobilisiert. Anlass für dieses Treffen ist der Todestag von Leo Albert Schlageter. Am Vorabend dieser Veranstaltung wurde von Antifaschisten ein Erkrather Neonazi durch mehrere hundert Flugblätter seinen Nachbarn vorgestellt und das direkte Wohnumfeld mit antifaschistischen Aufklebern und Graffittis umdekoriert.

Sven L. wohnt in Erkrath. Seit einigen Monaten ist er auf vielen Demonstrationen in der Region unterwegs und knüpfte beste Kontakte zu dem Nazi-Netzwerk „AG Rheinland“ und den „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ – einer aktionsorientierten und gewaltbereiten Neonazi-Gruppierung, die neben Gewaltakten auch durch das Organisieren von eigenen Demonstrationen auffiel. Auf ihr Konto geht sowohl die „Gegen Antifaschismus und linke Gewalt“-Demo am 29. Januar 2011 als auch die „Multikultur ist sozialer Krieg – Ausländer raus“-Demonstration vom 30. Oktober 2010 in Velbert, auf welchen auch L. dabei war.

Auf ihn zurückzuführen sind auch die zahlreichen, ausländerfeindlichen Aufkleber und Plakate, die seit einiger Zeit im Umfeld seines Wohnhauses in Erkrath aufgetaucht sind. Neben dem Verteilen seines Propagandamaterials fällt er im Raum Mettmann und dem Ruhrgebiet durch Gewaltakte gegen Personen auf, die nicht in sein Weltbild passen. Im Vorfeld der Wuppertaler Demonstration machte L. auf sich aufmerksam und war im Januar beteiligt an einem Überfall auf antifaschistische Jugendliche am Bochumer Hauptbahnhof, die das Verteilen von Nazi-Müll verhinderten. Im März griff er eine Jugendliche an, die er der linken Szene zuordnete und bedrohte sie und vergangenen Samstag war er verantwortlich für einen gemeinsamen Angriff mit 5 weiteren Neonazis auf 3 Jugendliche in Erkrath.

L. ist bei zahlreichen Neonazi-Veranstaltungen vorallem im Kreis Mettmann und dem Bergischen Land, anzutreffen. Zuletzt dokumentiert ist sein Besuch bei der Mettmanner Mobilisierungsveranstaltung zur Neonazi-Demonstration in Stolberg in der „Lounge Deluxe“ im März. Schon öfters war die „Lounge Deluxe“ (Elberfelder Straße 53, 40822 Mettmann) Treffpunkt für größere Treffen der rheinländischen Neonaziszene. Wir begrüßen und unterstützen die derzeit laufende Kampagne, die den Ladenschluss dieses Lokals fordert und vorantreiben soll.

Bei all diesen Veranstaltungen zeigte Sven L. sein menschenverachtendes Weltbild. Auf einem Foto im Internet-Portal Facebook posiert „Sven Egal“ vor einer schwarz-weiß-roten Fahne – einem beliebten Symbol der Neonazis – und zählt dort mehrere bundesweit aktive Neonazi-Kader zu seinen Freunden. Das Dürener NPD-Kreistagsmitglied Ingo Haller, der bekennt dass er „Rassist“ und „verdammt noch mal stolz“ darauf sei, Marcel Haliti, der Essener Kreistagsvorsitzende der NPD und Paul Breuer. Der Kölner Breuer gilt als „rechte Hand“ des Neonazi-“Führers“ Axel Reitz. Auf vor einigen Tagen im Internet aufgetauchten „Partyfotos“ waren außerdem Neonazis wie Tobias M., Jenny H. und Norman M. aus Wuppertal, Nils und Nadine B. (NPD Düsseldorf/Mettmann) und Andre Z. (NPD Bochum) in L.´s Wohnung abgelichtet.

Aktion gegen Nazitreffpunkt in Mettmann

Am Mittwoch den 18.05. versammelten sich ca. 40 Antifaschist_innen aus dem Kreis Mettmann, Düsseldorf und dem bergischen Land, die Anwohner_innen in Mettmann mittels Megafon – Durchsagen und Flugblätter über das Treiben in der Gaststätte “Lounge Deluxe” auf der Elberfelderstr. 53 zu informierten. Seit 2009 wird diese Gaststätte für Veranstaltungen der neonazistischen Szene genutzt. Die Reaktion der Anwohner_innen war durchweg positiv, es gab reges Interesse an den Informationen und die Aktion stieß auf Zustimmung.

Dokumentation des Flugblattes: (mehr…)

Nazimusiker im Sportverein schon länger bekannt

„Rechtsextreme in Velberter Kampfsportclubs“ ist heute Thema im Velberter Sportausschuss. Hintergrund ist, dass der 2. Vorsitzende eines Velberter Judovereins in der Neonazi-Musikszene aktiv ist und vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Die Velberter Stadtverwaltung hatte im Gespräch mit einem Radio-Sender die politische Einstellung des Mannes sinngemäß als „Privatsache“ bezeichnet. Der Kreisvorsitzende der Velberter Linken, Rainer Köster, fordert von der Stadtverwaltung jetzt ein härteres Durchgreifen. Der Dachverband der Velberter Sportvereine, der Stadt-Sportbund, hatte auf Radio Neandertal- Anfrage auf die Zuständigkeit der Stadtverwaltung verwiesen. Wir begrüßen, dass sich endlich mal mit dem Thema auseinandergesetzt wird. Schon einmal, nämlich 1998, wurde der Name des 2. Vorsitzenden des Vereins in Velbert thematisiert. Folgende Informationen haben wir in einem Archiv entdeckt und möchten diese aus dokumentarischen Gründen hier veröffentlichen: (mehr…)

und Tschüss..! Judo-Nazi tritt zurück

wir freuen uns sehr und sagen: „und tschüss…“ – Sebastian S. hat seinen Posten als 2. Vorsitzender in einem Velberter Sportverein aufgegeben. Der Druck nach unserer Veröffentlichung, die seine musikalische und politische Laufbahn in der bundesdeutschen Neonazi-Szene offenlegte, war einfach zu groß. Die Berichterstattung in den lokalen Medien kombiniert mit einer großangelegten E-Mail- Aktion, in der der Verein aufgefordert wurde sich von S. zu trennen, führten nun zu diesem Schritt. Wir bedanken uns bei allen die uns bei dieser Aktion unterstützt haben.

Selbstverständlich werden wir das alles weiterhin im Auge behalten. Es reicht uns natürlich nicht dass S. nur seinen Posten aufgibt. Menschen wie er haben in Sportvereinen nichts zu suchen. Wir erwarten also dass dem Rücktritt vom Posten des 2. Vorsitzenden der Austritt bzw. der Ausschluss aus dem Verein in logischer Konsequenz folgt. (mehr…)

Neonazi bleibt doch im Vereinsvorstand

Kurz nachdem der Geschäftsführer eines judobetreibenden Sportvereins aus Velbert den gestrigen Rücktritt seines 2. Vorsitzenden verkündet hatte, dementiert dieser heute nun jegliche Absichten, sein Amt niederzulegen. In einer Stellungnahme spricht der 2. Vorsitzende S.S. von einer Hetzkampagne gegen ihn. Lächerlich, finden wir. Eine Person des öffentlichen Lebens – schließlich bekleidet S. ein hohes Amt in einem Sportverein und steht als Aushängeschild seines Vereins dar – hat damit zu rechnen dass ihr Tun und Handeln kritisch betrachtet wird. Noch dazu wenn diese Person in der rechten Szene aktiv ist.

Grund genug für uns, die wichtigsten Stichpunkte Sebastian S. betreffend noch einmal näher zu beleuchten: (mehr…)