wir freuen uns sehr und sagen: „und tschüss…“ – Sebastian S. hat seinen Posten als 2. Vorsitzender in einem Velberter Sportverein aufgegeben. Der Druck nach unserer Veröffentlichung, die seine musikalische und politische Laufbahn in der bundesdeutschen Neonazi-Szene offenlegte, war einfach zu groß. Die Berichterstattung in den lokalen Medien kombiniert mit einer großangelegten E-Mail- Aktion, in der der Verein aufgefordert wurde sich von S. zu trennen, führten nun zu diesem Schritt. Wir bedanken uns bei allen die uns bei dieser Aktion unterstützt haben.
Selbstverständlich werden wir das alles weiterhin im Auge behalten. Es reicht uns natürlich nicht dass S. nur seinen Posten aufgibt. Menschen wie er haben in Sportvereinen nichts zu suchen. Wir erwarten also dass dem Rücktritt vom Posten des 2. Vorsitzenden der Austritt bzw. der Ausschluss aus dem Verein in logischer Konsequenz folgt.
Ein paar Punkte möchten wir an dieser Stelle noch ansprechen, die wir als wichtig erachten. Wir empfinden es als Skandal, dass laut eigenen Angaben sowohl der Verein wie auch der Landes- und Bundes-Judoverband über die Person S. informiert waren. Es war hier wohl wichtiger sich mit einem Mitglied der Judo-Nationalmannschaft zu schmücken als die Kinder und Jugendlichen vor dem Einfluss dieses Menschen zu schützen. Ebenfalls ein Skandal ist, dass auch die Stadt Velbert sich für nicht zuständig hält: Da wird nach Außen immer das Bild einer kinder- und familienfreundlichen Stadt gezeichnet. Im Alltag schaut die lokale Politik jedoch lieber weg und überlässt ihre Jugend dem Einfluss rechter Demagogen.
Herr Bürgermeister Freitag, wir möchten sie direkt ansprechen: Es ist noch gar nicht lange her, als sie die Präsenz von Nazis in der Stadt leugneten. Beim Naziaufmarsch im letzten Jahr blieb dann auch ihnen nichts anderes übrig, als das Problem endlich zu erkennen. Wir bedauern sehr, dass die Praxis des Verdrängens nicht endlich aktivem Handeln weicht. Ein Problem verschwindet nicht dadurch, dass man es ignoriert!
Sieht man vom Interesse der Partei Die Linke mal ab, die bei uns nach weiteren Informationen zu diesem Thema gefragt hat, erreichte uns als Reaktion auf unsere Veröffentlichung von der lokalen Politik nur eine Antwort eines Velberter Stadtratsmitgliedes der CDU-Fraktion. Diese spiegelt exemplarisch den Umgang der Velberter Politik mit diesem Thema wieder. Daher möchten wir diese E-Mail folgend im Original auch veröffentlichen:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie bitten, mich umgehend aus Ihrem Verteiler rauszunehmen!
Vielen Dank“
Mit Freude haben wir aufgenommen, dass sowohl Radio Neandertal als auch der WDR2-Rundfunk über unsere Veröffentlichung berichtet haben. Die Kompetenz der örtlichen Printmedien reicht hingegen leider nur für Berichte über den Karnickelzuchtverein aus – anders können wir es uns nicht erklären, dass keine der lokalen Zeitungen dieses Thema aufgreift. Niemand muss dabei auf uns als Gruppe zurückgreifen oder uns gar erwähnen. Die Informationen sind schließlich für jeden frei zugänglich. Nach unserem Empfinden ist es die Pflicht einer Zeitung, ein solches brisantes Thema aufzugreifen. Im gleichen Tenor wie der CDU-Mann W.M. reagiert allerdings auch die WAZ. Der Redaktionsleiter der WAZ in Velbert äußerte sich auf eine frühere, veröffentlichte Pressemitteilung der Antifa Velbert wie folgt:
„So lange Sie sich nicht in der Lage sehen, mit offenem Visier aufzutreten und in persona Fragen zu beantworten, kann es keinen Kontakt geben. Außerdem wird die WAZ keine Berichterstattung über die Antifa in Velbert leisten, so lange Sie im Verdacht stehen, strafrechtlich in Erscheinung zu treten oder getreten zu sein. Da ist Ihr Verweis auf die Ermittlungsbehörden grotesk und Ihre Begründung, es wegen rechter Gefahr nicht tun zu wollen, fadenscheinig. Die Rechten argumentieren nämlich genau wie Sie.“
Wir werden die Entwicklungen nazistischer Aktivitäten und den Umgang von Presse und Politik mit diesen in Velbert natürlich weiterhin im Auge behalten









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