Dokumentation von Nazischmierereien in Haan

Auch in Haan (Kreis Mettmann) taucht vermehrt im Stadtteil Gruiten Nazipropaganda auf, wie die Antifa Wülfrath in ihrem Blog schreibt. Geschmierte, dumme Parolen, verbotene Symbole und Werbeplakate für Neonazi-Demonstrationen waren dort zu finden. In den letzten Tagen machten sich einige AntifaschistInnen auf, diese zu entfernen sowie Stromkästen und Bushaltestellen zu säubern. Wir dokumentieren diese Schmierereien und deren Bedeutungen:

Hakenkreuz und „88″ an Bushaltestelle
Adolf Hitler sah im Hakenkreuz das heilbringende Symbol „des Kampfes für den Sieg des arischen Menschen“. Zwei Jahre nach ihrer Machtübernahme erklärten die Nationalsozialisten das Hakenkreuz 1935 zum Hoheitszeichen des Deutschen Reiches. Bis zum Ende des NS-Regimes 1945 war die Bevölkerung an nationalen Feiertagen zum Flaggen der Hakenkreuzfahne verpflichtet. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Verwendung und das Zeigen des Hakenkreuzes heute als verfassungsfeindliches Symbol unter Strafe gestellt.

Da ihre Symbole häufig verboten und leicht erkennbar sind, greifen Nazis mittlerweile gerne zu Zahlencodes als Synonyme für ihre Statements. Dies ermöglicht ihnen, sich unauffällig in der Gesellschaft zu bewegen und nur den wenisten zu offenbaren, was gemeint ist. Als Beispiel sei wie hier die 88 genannt. Nazicodes sind leicht zu übersetzen: Meistens reicht es, das Alphabet abzuzählen: Zweimal der achte Buchstabe hintereinander heißt nichts anderes als HH – also Heil Hitler. Dies war ursprünglich im Dritten Reich der Gruß der NSDAP-Mitglieder, welcher nach der Machtübernahme 1933 zum offiziellen Gruß aller „Volksgenossen“ wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hitlergruß in Deutschland verboten.

Keltenkreuz an Bushaltestelle
In dieser Form ein beliebtes Symbol der Neonaziszene; Es wird zwar beispielsweise auch strafbefreit in der Gothic- und Metal-Szene getragen, in einem „unverfänglichen Zusammenhang gebraucht“, sprich, wenn ein Bezug nur Naziszene klar ist, ist es jedoch als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation verboten im Sinne der §86 und §86a StGB.

Odal-Rune an Bushaltestelle
Die sogenannte Odal-Rune, auch Othala, wurde im 2. Weltkrieg von z.B. von SS-Divisionenals auch der Hitler-Jugend (HJ) als Kennzeichen verwendet. Sie ist heute ein verbreitetes Symbol in der Neonazi-Szene und war das Abzeichen von Wiking-Jugend und Bund Nationaler Studenten (BNS). Das Verbot dieser beiden Gruppen durch das Bundesministerium des Innern erstreckt sich auch auf ihre Symbole.

Parole „Nur Hitler“ an Stromkasten
sinnbefreite und zugleich offensichtliche Nazischmiererei mit positivem Bezug auf Adolf Hitler.

Sämtliche Schmierereien sind mittlerweile von AntifaschistInnen entfernt worden. Ebenso wurden Plakate und Aufkleber entfernt.