Archiv für August 2012

Samstag, 18.8.2012 – 16 Uhr: Gedenk-Veranstaltung zum 70. Todestag von Johannes Flintrop

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Wir möchten euch gerne zu einer Gedenkkundgebung für den vor 70 Jahren im KZ Dachau ermordeten Mettmanners Johannes Flintrop einladen. Diese findet statt am kommenden Samstag, 18.8.2012 ab 16 Uhr am Jubiläumsplatz in Mettmann. Gerade im Hinblick auf die vergangenen Naziaktivitäten in der Stadt Mettmann wäre eine Teilnahme erbeten und erwünscht.

Johannes Flintrop wurde am 23.05.1904 in Wuppertal-Barmen geboren. Er wuchs in einem schlichten katholischen Elternhaus auf. Nach seinem Besuch des Gymnasiums in Barmen, studierte er Theologie und Philosophie und wurde 1927 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Zunächst wirkte Flintrop für 4 Jahre als Kaplan in der Pfarrei Herz Jesu in Köln-Mülheim. Seit 1932 war er dann Kaplan an der Lambertuskirche zu Mettmann. Ob Altar, Kanzel, Beichtstuhl, Unterricht, Vereinsleben, Kranken- und Hausseelsorge: Kaplan Flintrop war immer eifrig und unermüdlich im Einsatz. Zehn Jahre war er Präses und Bezirkspräses der Mettmanner Kolpingsfamilie.

Johannes Flintrop hat sich in der Zeit des Nationalsozialismus für Aufrichtigkeit, Wahrheit und Menschenwürde eingesetzt. Er stand wegen kritischer Äußerungen gegenüber dem Nazi-Regime unter besonderer Beobachtung. Die Gestapo nahm den Priester 1940 zum ersten Mal fest, nachdem er einen französischen Geistlichen der als Kriegsgefangener nach Mettmann gekommen war, eine Messe in St. Lambertus hatte lesen lassen. Als ihn auch weitere Inhaftierungen nicht davon abhalten konnten, seine Denkweise zum Nationalsozialismus zum Ausdruck zu bringen, wurde er am 13. April 1942 erneut festgenommen und später ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Zuvor hatte er in seinen Predigten immer wieder dem Nationalsozialismus und seinem Führerkult die Stirn geboten. Offensiv stellte sich der junge Priester gegen das Regime und seine Repräsentanten.

Johannes Flintrop wurde am 18. August 1942 im Konzentrationslager Dachau von den Nazis ermordet. Als Todesursache wird Phlegmone angegeben, eine Entzündung der Haut. Als die Nachricht vom Tode Flintrops in Mettmann eintrifft, ist das Entsetzen groß. Das Requiem in Mettmann für Johannes Flintrop wurde zu einer stillen Protestveranstaltung gegen den Nazi-Terror.

Heute erinnern Stolpersteine sowohl in seinem Geburtsort Wuppertal-Barmen als auch in seinem späteren Wirkungsort Mettmann und die Umbenennung der ehemaligen Wilhelmstraße (zur Zeit des Nationalsozialismus die Schlageterstraße) in Johannes-Flintrop-Straße an ihn.

Niemand ist vergessen.

„Und dabei höre ich das Leben draußen, die Menschen lachen und reden, die Straßenbahn. Dann quillt in mir eine Sehnsucht oder Heimweh in mir hoch, dass ich meine, ich könnte es nicht länger ertragen. Ich kann verstehen, wenn sich jemand in der Zelle das Leben nimmt, es ist immer ein Akt der Verzweiflung. Aber ich suche immer wieder Kraft und Mut im Gebet und im Gedanken daran, dass viele andere gleich mir als Ehrlose und Ausgestoßene in den Gefängnissen, Zuchthäusern und KZ-Lägern schmachten.“
(Johannes Flintrop † 18. August 1942 im KZ Dachau)

In Gedenken an Johannes Flintrop.
Heute wie damals: Unmut gegen Nazis zum Ausdruck bringen.

Samstag, 18. August 2012 – 16 Uhr – Jubiläumsplatz, Mettmann