Archiv der Kategorie 'Düsseldorf/ME'

23.2.2013 – Solikonzert im AZ Wuppertal

Von Neonazis terrorisiert, angegriffen und fotografiert, und weil sich ein Antifaschist aus Mettmann zum Schutz auf einer Demo vermummt, steht er vor Gericht? Sämtliche Einnahmen dieses Soli-Konzertes dienen der Unterstützung einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe – das Urteil wird Auswirkungen auf alle Veranstaltungen und Demonstrationen in NRW haben. Eintritt: 5 Euro für die Gerichtskosten. Auftreten werden Holger Burner und Boykott.

Gerichtsverhandlung wegen antisemitischer Beleidigungen und schwerer Körperverletzung in Mettmann

Vergangenen Dienstag fand vor dem Amtsgericht Mettmann ein Prozess wegen antisemitischer Beleidigungen, Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung im Februar diesen Jahres statt. Diese richteten sich, wie bereits in der Chronik erwähnt, gegen ein Mitglied des Bündnisses für Toleranz & Zivilcourage in Mettmann. Da ein Zeuge nicht erschienen ist, wird der Prozess in 3 Wochen fortgesetzt.

Ein Bericht zum Verhandlungstag findet sich hier unter der Überschrift WZ: Antisemitismusvorwurf: Angeklagter streitet alles ab.

Auch das WDR hat der Verhandlung Aufmerksamkeit gewidmet und einen Bericht in der Lokalzeit am Abend gebracht. Dieser ist allerdings nicht in der Mediathek einsehbar.

Solikonzert für das Antifaschistische Bündnis Kreis Mettmann am 3.11.2012 in Wuppertal

Am Samstag, den 3.11.2012, wird es vom Antifaschistischen Bündnis Kreis Mettmann ein Soli-Konzert zur Finanzierung vergangener und anstehender Aktionen geben - natürlich auch zur anstehenden Demonstration am 9. November in Mettmann. Das Konzert findet im AZ Wuppertal statt und beginnt ab 20 Uhr.

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zum Tanz spielen auf:

KAOSORCHESTER (www.kaosorchester.de)
- Punkrock/Ska aus Mettmann -
Hörprobe:

NIC KNATTERTON & JOHANNA (http://nic-knatterton.de)
- Reggae/Rap aus Aachen -
Hörprobe:

FalconGoat von DU & ICH TANZEN JETZT (www.myspace.com/falcongoat)
- Elektronische Tanzkultur aus Wuppertal -
Hörproben:

Demnach ist ein schöner Konzertabend mit anschließendem elektronischem Tanzvergnügen garantiert. Und das ganze zu gewohnt günstigen Getränkepreisen (ab 1 €).

Samstag, 3.11.2012 – 20 Uhr
AZ Wuppertal – Markomannenstr. 3

Näheres: http://buendnisME.blogsport.de/2012/10/12/soli-konzert-vom-antifaschistischen-buendnis-kreis-mettmann/

9. November 2012: Überregionale Demonstration unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung“

nullIn der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört, Menschen gedemütigt, brutal überfallen und ermordet. Etwa 30.000 Jüdinnen und Juden wurden in Konzentrationslager deportiert. Die Gewalt der Novemberpogrome vom 7. -13. November 1938 fand am 9. November ihren vorläufigen Höhepunkt. Diese schrecklichen Gewalttaten lag der vom nationalsozialistischen Regime propagierte Antisemitismus zu Grunde, welcher von weiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen wurde. Jene unvorstellbaren Ereignisse dieser Nacht gehen als Reichspogromnacht in die Geschichte ein.

Mit einer Demonstration will das Antifaschistische Bündnis Kreis Mettmann unter dem Motto „Die Erinnerung zur Mahnung“ ebenso auch auf aktuelle Neonaziaktivitäten aufmerksam machen. So richtete der NPD-Kreisverband Düsseldorf/Mettmann im letzten Sommer ein „nationales Fußballturnier“ aus, Neonazis konnten im letzten Jahr unbehelligt eine Kundgebung „gegen Pressehetze“ mit über 50 Neonazis durchführen und im Februar dieses Jahres wurde ein Mitglied vom „Bündnis Toleranz & Zivilcourage“ von einem unbekannten Täter angegriffen.

Mit der Gaststätte „Lounge Deluxe“ besitzt die beschauliche und ruhige Kreisstadt Mettmann desweiteren einen wichtigen Rückzugsort für die Neonaziszene in Nordrhein-Westfalen. Nahezu ohne Protest wurden dort seit mindestens 2009 Wahlveranstaltungen der rechtsradikalen NPD, Mobilisierungsveranstaltungen für Neonazi-Demos oder Infoveranstaltungen über neonazistisches Gedankengut veranstaltet. Außerdem steht die Gaststätte den militanten Neonazis auch zu regelmäßigen Treffen zur Verfügung, damit sie ihre faschistische Propaganda planen und organisieren können. Bei vergangenen Aktionen gegen Rechts in Mettmann kam es neben Provokationen aus der Gaststätte „Lounge Deluxe“ auch zu mehreren Angriffen von Neonazis.

Diese Entwicklungen geben der Erinnerung an die Reichspogromnacht erschreckende Aktualität und Notwendigkeit. Dem Gedenken an die deutschen NS-Verbrechen auch weiterhin Gehör zu verschaffen, sollte in Anbetracht von gegenwärtigen Neonaziaktivitäten weiterhin eine wichtige Aufgabe für alle sein.

Die Erinnerung zur Mahnung – Für eine Welt, in der Antisemitismus, Faschismus und Rassismus keinen Platz haben sollen.

Freitag, 9. November 2012 – 19 Uhr Mettmann Zentrum
Mehr Infos unter: http://9november.blogsport.de/

Sowohl über die Internetseite des Bündnisses als auch der Demonstration sind weitere Informationen zu Naziaktivitäten im Kreis und der Stadt Mettmann und zu den Vorbereitungen zum 9. November zu finden. Ein über die Bündnisseite zu herunterladender Flyer soll zusätzlich darüber informieren, wie sich auch andere Vermieter oder Vermieterinnen eines Lokals gegen Neonazis in ihren eigenen Räumen schützen können. Mit diesem Flyer versucht das Bündnis über solche Strategien , die Neonazis anwenden um an Räume zu gelangen, aufzuklären, über vergangene Aktivitäten zu informieren und eine Hilfestellung zu geben, wie man dagegen vorgehen kann.

Samstag, 18.8.2012 – 16 Uhr: Gedenk-Veranstaltung zum 70. Todestag von Johannes Flintrop

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Wir möchten euch gerne zu einer Gedenkkundgebung für den vor 70 Jahren im KZ Dachau ermordeten Mettmanners Johannes Flintrop einladen. Diese findet statt am kommenden Samstag, 18.8.2012 ab 16 Uhr am Jubiläumsplatz in Mettmann. Gerade im Hinblick auf die vergangenen Naziaktivitäten in der Stadt Mettmann wäre eine Teilnahme erbeten und erwünscht.

Johannes Flintrop wurde am 23.05.1904 in Wuppertal-Barmen geboren. Er wuchs in einem schlichten katholischen Elternhaus auf. Nach seinem Besuch des Gymnasiums in Barmen, studierte er Theologie und Philosophie und wurde 1927 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Zunächst wirkte Flintrop für 4 Jahre als Kaplan in der Pfarrei Herz Jesu in Köln-Mülheim. Seit 1932 war er dann Kaplan an der Lambertuskirche zu Mettmann. Ob Altar, Kanzel, Beichtstuhl, Unterricht, Vereinsleben, Kranken- und Hausseelsorge: Kaplan Flintrop war immer eifrig und unermüdlich im Einsatz. Zehn Jahre war er Präses und Bezirkspräses der Mettmanner Kolpingsfamilie.

Johannes Flintrop hat sich in der Zeit des Nationalsozialismus für Aufrichtigkeit, Wahrheit und Menschenwürde eingesetzt. Er stand wegen kritischer Äußerungen gegenüber dem Nazi-Regime unter besonderer Beobachtung. Die Gestapo nahm den Priester 1940 zum ersten Mal fest, nachdem er einen französischen Geistlichen der als Kriegsgefangener nach Mettmann gekommen war, eine Messe in St. Lambertus hatte lesen lassen. Als ihn auch weitere Inhaftierungen nicht davon abhalten konnten, seine Denkweise zum Nationalsozialismus zum Ausdruck zu bringen, wurde er am 13. April 1942 erneut festgenommen und später ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Zuvor hatte er in seinen Predigten immer wieder dem Nationalsozialismus und seinem Führerkult die Stirn geboten. Offensiv stellte sich der junge Priester gegen das Regime und seine Repräsentanten.

Johannes Flintrop wurde am 18. August 1942 im Konzentrationslager Dachau von den Nazis ermordet. Als Todesursache wird Phlegmone angegeben, eine Entzündung der Haut. Als die Nachricht vom Tode Flintrops in Mettmann eintrifft, ist das Entsetzen groß. Das Requiem in Mettmann für Johannes Flintrop wurde zu einer stillen Protestveranstaltung gegen den Nazi-Terror.

Heute erinnern Stolpersteine sowohl in seinem Geburtsort Wuppertal-Barmen als auch in seinem späteren Wirkungsort Mettmann und die Umbenennung der ehemaligen Wilhelmstraße (zur Zeit des Nationalsozialismus die Schlageterstraße) in Johannes-Flintrop-Straße an ihn.

Niemand ist vergessen.

„Und dabei höre ich das Leben draußen, die Menschen lachen und reden, die Straßenbahn. Dann quillt in mir eine Sehnsucht oder Heimweh in mir hoch, dass ich meine, ich könnte es nicht länger ertragen. Ich kann verstehen, wenn sich jemand in der Zelle das Leben nimmt, es ist immer ein Akt der Verzweiflung. Aber ich suche immer wieder Kraft und Mut im Gebet und im Gedanken daran, dass viele andere gleich mir als Ehrlose und Ausgestoßene in den Gefängnissen, Zuchthäusern und KZ-Lägern schmachten.“
(Johannes Flintrop † 18. August 1942 im KZ Dachau)

In Gedenken an Johannes Flintrop.
Heute wie damals: Unmut gegen Nazis zum Ausdruck bringen.

Samstag, 18. August 2012 – 16 Uhr – Jubiläumsplatz, Mettmann

Das „Antifa Bündnis Kreis Mettmann“ stellt sich vor

nullIn Mettmann hat sich heute ein neues antifaschistisches Bündnis gegründet. Das „Antifaschistische Bündnis Kreis Mettmann“ versteht sich als Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen und Einzelmenschen aus den 10 Gemeinden (Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld (Rheinland), Mettmann, Monheim am Rhein, Ratingen, Velbert, Wülfrath) des Kreises Mettmann.

Mit der Gründung des Bündnisses sollen antifaschistische Aktionen sowohl im Kreis Mettmann, als auch in einzelnen Gemeinden besser koordiniert werden. Dabei sollen Antifaschisten und Antifaschistinnen aus dem Kreis Mettmann gegenseitig von sich profitieren und ein höherer Wirkungsgrad erreicht werden.

Das Bündnis stellt sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus sowie weitere Formen der Ausgrenzung und hat sich zum Ziel gesetzt, jeglicher Form rechten Gedankenguts entgegen zu wirken. Des Weiteren soll durch Beobachtung und Dokumentation von Nazi-Aktivitäten die Öffentlichkeit über die Geschehnisse im Kreis Mettmann informiert und aufgeklärt werden.

Mit seiner Gründung kündigt das Bündnis in Mettmann gleichzeitig eine „Mettmann Nazifrei“ genannte Kampagne an. Mehr hier: http://buendnisme.blogsport.de/

Polizeieskalation nach Demo – Aussagen gesucht

Im Anschluss an die „Kein Vergeben, kein Vergessen“-Demonstration am 4.2. in Velbert kam es, wie bereits berichtet, zu einem willkürlichen Überfall rassistischer Polizisten auf einen schwarzen Demonstrationsteilnehmer. Der Angegriffene wurde ins Krankenhaus eingeliefert und dort mit Verdacht auf Augenhöhlenbruch behandelt. Der erwähnte Artikel und die Art seiner Bebilderung entstand in Absprache mit dem Betroffenen.

Wir stehen mit dem Opfer und seinen Anwälten in Kontakt und wollen euch nochmals auffordern uns Gedächnisprotokolle sowie weiteres Foto- und Videomaterial zu schicken, so dass dieses ausgewertet und an die Anwälte weitergeleitet werden kann. Nutzt dazu bitte die Kontaktmöglichkeiten in unserem Blog.

Rassistische Polizeigewalt nach Gedenkdemo in Velbert

So sieht rassistische Polizeigewalt aus – die Polizei bei der Ausführung ihrer „Arbeit“ „Im Gedenken aller Opfer rechter Gewalt, sozialer Ausgrenzung und rassistischer Asylpolitik“ – unter diesem Motto versammelten sich am 4. Februar 2012 ca. 100 Menschen in Velbert zu einer Gedenkdemonstration. Den Auftakt machte die Antifa aus Wülfrath mit ihrem Redebeitrag über soziale Ausgrenzung. Der Redebeitrag thematisierte die Zusammenhänge zwischen über zweihundert Kältetoten, die mediale Aufbereitung reißerischer Schicksalsgeschichten und der heutigen Demonstration. Soziale Ausgrenzung habe viele Gesichter und rassistischer und ausgrenzender Klischees und Vorurteile offensiv entgegenzutreten liege in der Verantwortung eines jeden und einer jeden Einzelnen, so die Antifa-Gruppe. (mehr…)

Demo am 4.2.2012 – Polizei genehmigt Demonstrationsroute // Staatsschutz rechnet mit 20 Teilnehmer*Innen

Nachdem der Anmelder der Demonstration das Kooperationsgespräch mit der Polizei Velbert/Mettmann und dem Staatsschutz aus Düsseldorf geführt hat, bat er uns nunmehr darum, die Auflagen sowie die Route der Demonstration bekannt zu geben.

Wie von uns vorgeschlagen und geplant hat die Polizei sich mit dem Anmelder auf folgende Route einigen können. Die Demonstration „Im Gedenken an alle Opfer rechter Gewalt“ beginnt am kommenden Samstag, 4. Februar 2012 um 14:00 Uhr an der Rheinlandstraße (Bushaltestelle Willy-Brandt-Platz) und führt die Friedrich- Ebert-Straße entlang zur ersten Kundgebung vor der Velberter Polizeiwache. (mehr…)

18.1.2012 – Mobi-Veranstaltung in Düsseldorf

Mittwoch, 18. Januar, ab 20:00 Uhr – Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstraße 108, 40225 Düsseldorf

Eine Veranstaltung im Rahmen des Infocafés Düsseldorf.

Neben dem Vortrag zur „Kein Vergeben, Kein Vergessen“-Demo in Velbert gibt’s auch noch Infos zur Antifa-Demo in Aachen, welche am Abend des 4. Februar 2012 stattfindet.